Jahresrückblick – Jahresvorschau

Hui, das war vielleicht ein Jahr. Auf Facebook werden schon eifrig Jahresrückschauen gepostet, das Fernsehprogramm übertrifft sich selbst mit Rückschauen (glaub ich, ich gucke kein TV) und auch ich mag das recht gern, mich Ende des Jahres mal hinzusetzen und zu schauen, wo ich am Anfang stand und wo ich jetzt bin.

Aber was ich genauso gern mag, ist mir das nächste Jahr zu visualisieren. Auch wenn dann eh alles anders kommt. Weil man sich manche Dinge einfach gar nicht vorstellen kann. Als ich vor einem Jahr so dasaß, waren meine Gedanken bei meinem damaligen Unternehmen und wie ich es schaffen könnte, es 2016 endlich zum Erfolg zu führen. Der Rest des Kopfes war mit privaten Problemen beschäftigt, die auch nicht beiseite zu schieben waren.

Rückblick

Und dann kam alles anders. Die Probleme lösten sich fast von alleine vollständig auf (und ich bin tagtäglich dafür dankbar, dass ich damals dran geblieben bin). Das Unternehmen wollte noch weniger laufen als zuvor. Also konzentrierte ich mich auf meine Familie und meine Hobbys – damals ausschließlich stricken und lesen. Und natürlich Urlaub mit dem Wohnmobil machen. Oft. Viel. Ausgiebig.

Im Osterurlaub (noch recht kalt) hatte ich doch glatt nur 3 oder 4 Strickprojekte mit, kann ja für 5 Tage gar nicht reichen. Also kaufte ich mir so ein Komplettset im Supermarkt – mit Häkelnadel. Warum es kein Strickset war, weiß ich gar nicht mehr, ich bildete mir plötzlich ein, ich müsse jetzt eine Mütze häkeln. Das machte Spaß und so legte ich mir als erstes ein Anfänger-Häkelbuch zu. Nun war üben angesagt.

Durch den Frust bei der Arbeit konzentrierte ich mich immer mehr auf meinen Familienblog und baute den aus. Wenn mich schon niemand (mehr) buchen wollte, konnte ich meine Talente wenigstens auf privater Ebene ausleben. Anfangs ein reiner Ich-lass-mich-über-meine-Kinder-aus-Blog, später von den Kids energisch verboten zu einem Reiseblog umgemodelt, machte ich eine Familienseite draus mit Kochrezepten, Bastelanleitungen, Dekoideen, Strickartikel und Reisen. Durchs Recherchieren fand ich raus, das es nicht bloß Facebookgruppen für Onlinebusiness und Marketing bis zum Erbrechen gibt, sondern auch recht lustige Handarbeitsgruppen, in denen ein ganz anderes Klima herrschte als in den Businessgruppen.

Ende April war es soweit, ich war so ausgepowert, das ich mein Unternehmen temporär stilllegte. Alle, die mich kannten, warteten gespannt darauf, wann ich wieder zurückkommen würde, es war undenkbar, das ich gar nichts tue ohne mich zu langweilen oder nicht schon eine neue Idee im Ärmel hatte.

Hatte ich aber nicht, ich war 3 Monate ausschließlich Hausfrau und Häkeltante. Häkeltante deshalb, weil ich mittlerweile nicht nur Handarbeitsgruppen entdeckt hatte, sondern auch Bobbel. Und eine Wicklerin, die mich reichlich damit versorgte. Die ersten beiden hab ich noch wochenlang gestreichelt (also die Bobbel, nicht die Wicklerinnen) und ehrfurchtsvoll angesehen, dann begann der Kaufrausch mit Paketen nicht unter 4kg. Carmen kam kaum noch nach mit verschicken.

Die Handarbeitsgruppen waren schon toll und lustig, aber es fehlte etwas. Eine Gruppe für UFO- und Wollsüchtige, die an keiner Anleitung und keinem Wollknäuel vorbeigehen konnten. So wie ich halt. Nun, das war schnell geändert und schon besaß ich meine eigene Handarbeitsgruppe. Dort waren ein paar Leute und es war friedlich und ruhig. Dann kam Maria und mischte die Gruppe auf. Anfangs fürchtete ich echt, die nimmt mir die Gruppe weg. Aber nur ganz kurz, dann übergab ich sie ihr freiwillig. Und hab damit die beste Team-Playerin gekriegt, die man sich wünschen konnte. Mittlerweile betreut sie die Gruppe fast alleine.

Den Sommerurlaub konnte ich in vollen Zügen genießen, weil ich diesmal nicht von der Arbeit belastet war. Ich hatte immer weniger das Bedürfnis, an meinen Schreibtisch zurückzukehren und meine Arbeit wieder aufzunehmen. Es erschien mir immer unwahrscheinlicher, nochmal zurückzukehren zu Machtkampf und Marketingspielchen.

Dann hatte Carmen die Idee, das ich doch ihre Bobbel in Österreich verkaufen könnte, weil ich ja eh keine Arbeit hätte. Das wollte ich aber nicht, weil es mir widerstrebt, einfach nur etwas 1:1 wiederzukauen.

Und irgendwie ging alles plötzlich ganz schnell: ein Name war ebenso „da“ wie eine Idee, ohne dass ich irgendetwas dazu tun musste. Und nicht nur das, ich hatte von Null auf gleich ein Team um micht, die auch plötzlich da waren. Ganz selbstverständlich und reibungslos. Und dann gings los.

Ich entschied mich noch bewusst dafür, mein bisheriges Unternehmen zu schließen und nochmal ganz von vorne anzufangen. Ganz gemütlich und sorgfältig wollte ich den Shop vorbereiten, dann eine Gruppe eröffnen und langsam ins Geschäft einsteigen. Mein Team sagte: NEIN: Du fängst sofort an, Bobbel hast du ja genug daheim.

Plumps, da lag ich im kalten Wasser – und wurde von Wellen davongetragen. Maria managte von der ersten Sekunde an die Werbung auf Facebook und das gute Benehmen der Gruppenmitglieder. Außerdem fungiert sie als seelischer Mülleimer, wenn ich mir mal wieder selber im Weg stehe. Carmen wickelte auf mein Geheiß viele neue Kreationen und erste Bestellungen. Und immer mehr Menschen kamen wie von Zauberhand zu mir mit Ideen, Vorschlägen und tollen Dingen, die zum Konzept passten.

Da ich ein neugieriger Mensch bin, wollte ich bald wissen, was ich da eigentlich verkaufe und das Wickeln selber lernen. Seither hab ich einen 12-Stunden-Tag, den ich täglich selig lächelnd beende, weil das alles so schön und wunderbar ist.

Und seither sitz ich jeden Morgen, starre grinsend auf die Gruppenmitgliederanzahl und die Bestell-Mails und kann es nicht fassen. 11 Jahre habe ich (teils gewaltsam) versucht, erfolgreich zu sein – und jetzt, wo ich einfach nur das mache, was mir unendlich Spaß macht, hab ich zusätzlich auch noch Erfolg. Dabei bin ich doch schon so glücklich damit, täglich mit Wolle spielen zu dürfen und nebenbei auch noch meine Schreiblust ausleben zu können und an meinem Shop zu basteln.

Vorschau

Ich habe ungefähr tausend Ideen, was ich nächstes – ach was, in den nächsten 10 Jahren – alles anstellen und umsetzen könnte. Und wahrscheinlich brauch ich 12 Leben, um auch nur die Hälfte zu schaffen. Aber das macht nichts, das hab ich mittlerweile gelernt. Es nutzt nichts, ewig irgendwelche Todo-Listen mit sich rumzuschleppen, denn alles, was nicht gleich umgesetzt wird, wird ohnehin von neuen Ideen verdrängt.

Und so werde ich 2017 zwar etwas strukturierter starten als ich das bisher tat, aber gaaanz viel Platz für spontane Ideen und Aktionen frei lassen, damit es für alle ebenso aufregend und spannend bleibt wie für mich.

Ich möchte auch gar nix versprechen, das ich dann nicht halten kann, aber mir schwirren einige Projekte, Anleitungen, gemeinsame Aktivitäten und mehr im Kopf herum. Ich hab mir sogar einen Jahrespaner gekauft, um da sowas wie Ordnung reinzukriegen, aber ich kenn mich – vor lauter Ideen vergess ich ja doch wieder auf den. 🙂

In diesem Sinne: danke, danke, danke für jeden Einzelnen von euch, der heuer meinen Weg kreuzte, ganz besonders an mein einzigartiges Team! Für jeden, der mir das Vertrauen schenkte, der mir Nachrichten mit Lob und Kritik schickte, der mich teilhaben ließ an seinem Leben. Ich bin zutiefst dankbar für alles, was ich habe, lernen durfte und erlebt habe.

Ich wünsche euch ein wunderbares Weihnachtsfest und einen guten Rutsch – und hoffe, dass wir uns alle 2017 wiedersehen.

 

 

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2 Kommentare zu “Jahresrückblick – Jahresvorschau

  1. Petra Kadioglu am :

    Dankbar ? Ja, das bin ich auch ! Zutiefst sogar.. dafür dass wir uns begegnet sind.. für dein Vertrauen mir beide Gruppen als Admin zu übergeben.. für jede gemeinsam besprochene Idee.. jeden Gedanken.. dein offenes Ohr.. und.. und.. und.. für all das was wir bisher schon gemeinsam erlebt haben und noch erleben werden <3
    Ich wünsche dir und deiner Familie ein hoffentlich friedliches Weihnachtsfest, einen "saugeilen" Rutsch in ein erfolgreiches, vor allem aber gesundes Jahr 2017 und insbesondere denke ich gerade an den Herrn Papa. Möge er die Strapazen der OP möglichst schnell vergessen können und noch viele tolle Urlaube in Jesolo verbringen. Fühl dich lieb umärmelt.
    Maria Helene

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